Vorankündigung: 
Kult 5/2005:
Das rauschhafte Leben der Christa Päffgen
alias Nico

Westdeutsche Zeitung
Pop-Eurydike auf dem Weg in die Unterwelt


Rheinische Post
Morrisons Muse

Kritiken:
Rheinische Post: Endlosschleife eines Lebens

Westdeutsche Zeitung: Sphinx aus Eis mit gebrochenem Herzen

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                                                                                         Photo: Jan Voges
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Vorankündigung
Kult 5/2005: Otkober/November
von Martin Lukas

Das rauschhafte Leben der
Christa Päffgen alias Nico


Die "neue bühne krefeld" zeigt als erste Produktion einen Monolog von Werner Fritsch

Eine deutsche Pop-Ikone, eine Geschichte von Aufstieg und Fall. Als Christa Päffgen 1938 in Köln geboren, wird die Frau mit dem Nimbus der Unnahbarkeit als Nico zu einem Gesicht für die multimediale Revolution der 60-er Jahre. Paris und Coco Chanel, Rom und Frederico Fellini, schließlich New York und Andy Warhol, das sind die Stationen einer Karriere, die schnell von Drogenexzessen begleitet wird. Werner Fritsch, unter anderem mit dem renommierten Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet, hat dem Popstar Nico mit seinem Monolog "Nico - Sphinx aus Eis" ein Denkmal gesetzt. Die "neue bühne krefeld", im Mai von Regisseur Kay Voges und Dramaturg Klaus M. Schmidt als professionelles freies Theater gegründet, hat sich diesen ekstatischen Text als erstes Projekt auf den Spielplan gesetzt. Am 13. Oktober ist Premiere auf der Studiobühne der Krefelder Fabrik Heeder. Xenia Snagowski, bekannt durch ihr Engagement am Theater Krefeld Mönchengladbach (2001-2003), hat in der Spielzeit 2003/2004 am Hamburger Thalia Theater gespielt. Jetzt schlüpft sie in die Rolle der Nico.

"Ihr braucht einfach eine Sängerin", so ode r ähnlich wird es Andy Warhol Lou Reed und John Cale gesagt haben. Der Kunststar hatte die beiden Rockmusiker unter seine Produzentenfittiche genommen, und so kam deren Band "The Velvet Underground" nicht ganz freiwillig zum Namens- und gleichzeitig Titelzusatz "& Nico" auf der Erstveröffentlichung (1966), deren Cover von der berühmten Warhol-Banane geziert wurde. Die Zusammenarbeit endete schon bald, und dann traf Nico auf "Doors"-Sänger Jim Morrison, der ihr den Mut zur eigenen Kreativität eingehaucht haben soll.

Bis an ihr mysteriöses Lebensende 1988 auf Ibiza veröffentlichte sie unter eigenem Namen mehrere Platten. Aber da war sie schon lange nicht mehr der platinblonde Warhol-Engel. Jahrelanger Heroinkonsum hatte das Aussehen von Nico zerstört, wahrscheinlich auch den Körper auf seinen Tod vorbereitet. Bei großer Hitze fuhr Nico auf Ibiza Fahrrad und wurde dann bewusstlos auf der Straße aufgefunden. Ob die Kollision mit einem Auto zu dem Sturz geführt hat, bleibt unklar. Letztlich starb Christa Päffgen an Gehirnblutungen.

In "Nico - Sphinx aus Eis" zeigt Werner Fritsch den Star in der Stunde seines Todes. In einem furiosen Monolog gleitet das rauschhafte Leben der Nico noch einmal an ihr vorüber. Die Eifersucht von Lou Reed, die Befreiung durch Jim Morrison, aber auch die schreckliche Kindheit im nationalsozialistischen Deutschland. Fritsch rast in einer lyrisch verdichteten, atemberaubenden Sprache vor und zurück durch Nicos Leben, spart auch die Schattenseiten nicht aus. Die Heroinabhängigkeit kommt ebenso zur Sprache wie die große Schuld gegenüber ihrem Sohn Ari. Das mit Alain Delon unehelich gezeugte Kind, das dieser nie anerkannte, aber das teilweise von der Mutter des Filmhelden groß gezogen wurde, wird durch Nico, die eigene Mutter, mit Heroin angefixt.

Kay Voges (1972), im Jahr 2003 mit dem Förderpreis des Landes NRW ausgezeichnet, gibt mit "Nico - Sphinx aus Eis" ein spätes Theaterdebüt in seiner Heimatstadt Krefeld. "Gelernt" hat er als Assistent bei Intendant Klaus Weise in Oberhausen, der ihn darauf von 1999 bis 2003 sein Studio leiten ließ. Gastregien führten Voges bisher an die Theater in Darmstadt, Münster, Kassel und Bonn. Mehrfach wurden seine Inszenierungen zum Jugendtheatertreffen des Landes eingeladen und preisgekrönt. Eine Uraufführungsinszenierung bei der Ruhrtriennale, eine Einladung zum Berliner Festival "Augenblick mal" sowie zum NRW-Theatertreffen (alles im Jahr 2003) schmücken weiterhin seine bisherige Erfolgsbilanz.

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                                                                                         Photo: Jan Voges

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Vorankündigung
Westdeutsche Zeitung, 06.10.2005
Von Martina Nickel

Pop-Eurydike auf dem Weg in die Unterwelt

Die neue bühne krefeld von Kay Voges
Und Klaus M. Schmidt bringt mit
"
Nico - Sphinx aus Eis" ihre erste
Inszenierung auf die Heedersche Bühne

"Reise ins Licht." Letzte Worte, die Werner Fritsch in seinem Buch "Nico" in den Mund legt.

Die positive Sicht des Übergangs zum Tod machen sich auch Regisseur Kay Voges und Dramaturg Klaus M. Schmidt - beide in Krefeld keine Unbekannten - für ihre erste Inszenierung der neuen bühne krefeld (nbk) zu eigen.

Die einzige deutsche Popikone von Weltrang - mit Velvet Underground berühmt geworden - ist ihr Thema.

Schillernd ist es gewesen - das Leben der 1938 als Christa Päffgen in Köln geborenen Sängerin. Und zerrissen und zweigeteilt. Mit 14 bereits arbeitete sie als Model, war "das Gesicht" für Coco Chanel, kam über eine kleine Rolle in Fellinis "La Dolce Vita" zum Film, schloss eine Ausbildung in der berühmten Lee-Strasberg-Schauspielschule an.

Wirklich berühmt aber wurde sie als Sängerin in Lou Reeds und John Cales Band Velvet Underground. Ihre tiefe, narkotische Stimme, ihr sphinxhaftes Auftreten, die selbstzerstörerische Kraft, die Todessehnsucht, die sich in ihrer Interpretation der Songs widerspiegelte - machte die Faszination aus. Auch für Kay Voges, der von einem "Leben an der Schwelle des Seins" spricht.

Das, was das Menschsein ausmacht, die Polarität, die Konflikte, seien ohnehin die Themen des Regisseurs, weiß Jürgen Sauerland-Freer. Der Leiter des Kulturbüros ist begeistert, endlich eine Voges-Produktion auf einer Krefelder Bühne ankündigen zu dürfen. Schließlich hat sich dieser bereits mit diversen Inszenierungen im Ruhrgebiet, in Bonn und Berlin einen Namen gemacht, wurde 2003 mit dem Förderpreis des Landes NRW ausgezeichnet. Finanzen gab es zum Dank vom Kulturbüro."Aber in sehr überschaubarer Weise", wie Sauerland-Freer angesichts des Etats entschuldigend hinzufügt.

Nun haben sich Voges und Schmidt, mit dem der Regisseur bereits das Stück "Frankensteins Klon" für die Städtischen Bühnen Münster schrieb, vorgenommen, als nbk auch mit kleinen Mitteln professionelles Theater auf die Beine zu stellen. "Dazu ist eine neue Form von Kreativität notwendig", macht Voges deutlich, dass er diese Arbeit sehr genießt. Tief verwurzelt in der Krefelder Kulturszene konnten beide dazu auch auf reichhaltige Unterstützung zählen. Herausgekommen ist ein monologhaftes Stück, das "vor allem der Schauspielerin eine Menge abverlangt" , wie der Regisseur betont.

Xenia Snagowski, in der vergangenen Spielzeit am Theater Krefeld/Mönchengladbach im "Tamerlano" zu sehen gewesen, beginnt ihr Spiel mit dem tragischen Unfall der Popikone. Auf Ibiza mit dem Fahrrad im Straßengraben gelandet, lässt die von Drogenexzessen Gezeichnete ihr rauchhaftes Leben noch einmal Revue passieren. Autor Fritsch beziehe sich dabei auf das antike Liebespaar Orpheus und Eurydike, so Voges. Ein vermutetes Techtel-Mechtel mit Doors-Sänger Jim Morrison wird zum Dreh- und Angelpunkt - quasi mit um gekehrten Vorzeichen als die der antiken Geschichte. Morrison war schon Jahre vorher an einer Überdosis gestorben. Und so macht sich Nico-Eurydike in die Unterwelt auf, um Jim-Orpheus zu befreien. "Sie seht sich nach Erlösung vom Leben und nach einer Verschmelzung mit Jim" , sagt Voges. Der Abend beginnt mit dem Doors-Lied "The End" und gipfelt in einem Auszug aus Mozarts Requiem, der die Sehnsucht nach Auferstehung und Ewigwerdung symbolisiert. Sehnsüchte und Ängste - für Voges Elemente, mit denen sich jedermann identifizieren kann - die einen aktuellen Bezug herstellen.

Dieser "Parforceritt mit Höhen und Tiefen" einer Ausnahmefrau soll zunächst an nur zwei Abenden in der Fabrik Heeder gezeigt werden. Voges und Schmidt hoffen aber, die Inszenierung auch an andere Bühnen bringen zu können. Und vielleicht gebe es ja auch noch eine weitere Aufführung in Krefeld.


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Vorankündigung
Rheinische Post, 06.10.2005
Von Petra Dietrichs

Morrisons Muse

Krefeld hat' eine neue Bühne: Die Neue Bühne Krefeld stellt sich mit "Nico - Sphinx aus Eis" vor. Nächste Woche ist Premiere.


Nehmen wir mal an, sie hieße nicht Eurydike, sondern Nico. Und er wäre nicht Orpheus, sondern ]im Morrison. Dann müssen nur noch die Aufgaben vertauscht werden: Er ist schließlich Jahre früher gestorben, und sie folgt ihm in die Unterwelt, um ihn mit ihrer Liebe zu retten. Diese Idee hatte Werner Fritsch - und er hat sie zum Stück werden lassen: "Nico - Sphinx aus Eis". Mit dem Monolog über das rauschafte Achterbahn-Leben der "einzigen ,deutschen Pop-Ikone von Weltrang" stellt sich, die Neue Bühne Krefeld (nbk) vor: Donnerstag, 13. Oktober, 20 Uhr, ist Premiere in der Fabrik Heeder.

Im Mai haben Kay Vages (Regie) und Klaus M. Schmiöt (Dramaturgie) die nbk gegründet - es ist nicht ihre erste Zusammenarbeit. Die beiden, Krefelder haben für die Städtischen Bühnen Münster "Frankensteins Klon" geschrieben, das Stück wurde im vergangenen Jahr dort 14-mal gespielt. "Wir hatten großes Interesse daran, dass Kay Vages auch in Krefeld arbeitet" , betont Jürgen Sauerland-Freer vom Kulturbüro, das die Produktion unterstützt. Denn am Theater Oberhausen, in Bonn, Köln, Kassel, bei der Ruhr-Triennale hat Voges, der 2003 mit dem Förderpreis des Landes NRW ausgezeichnet wurde, bereits Regie- Duftmarken gesetzt.

ChaneI, Delon, Dylan, Warhol...

"Nico -Sphinx aus Eis" lässt Stationen des rauschhaften Lebens einer Frau aufblitzen, die den verführerischen Glanz des Ruhms und die Abgründe der Sucht erfahren hat. Eine Ausnahmeerscheinung: Schon als 14-Jährige arbeitete sie als Model, mit 20 drehte sie einen Film mit Mario Lanza, spielte eine Nebenrolle in Fellinis "La Dolce Vita", sie war das Gesicht von Coco Chanel, hatte ein Kind Alain Delon, Bob Dylan schrieb, ihr Songs, und Andy Warhol machte sie zur Lead-Sängerin von "Velvet Underground". Sie liebte, ]im Morrison. Und sie brauchte die Drogen. 1988 fand man sie auf Ibiza in einem Straßengraben. Vermutlich von einem Auto angefahren.

Xenia Snagowski spielt die Nico. Auch sie ist hier keine Unbekannte. Von 2001 bis 2003 gehörte sie zu Schauspielensemble der Vereinigten Städtischen Bühnen, für ihre Rolle in "Trutz" hat die Fachzeitschrift "theater pur" Sie zur Nachwuchsschauspielerin erklärt.


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                                                                                         Photo: Jan Voges
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Rheinische Post, 15.10.2005
von Sabine Zeller


Endlosschleife eines Lebens

Die neue bühne krefeld stellte sich mit "Nico- Sphinx aus Eis" vor:

Leben, Liebe und Tod sind die ewigen Inhalte des Theaters. Mit ihnen begann auch die „neue bühne krefeld“. In Werner Fritschs Stück „Nico – Sphinx aus Eis“. 20002 uraufgeführt. Geht es um Leben, Liebe und Tod der „einzigen deutschen Popikone von Weltrang“. Nico, als Christa Päffgen 1938 ins faschistische Deutschland geboren, als heroinabhängige Künstlerin 1988 auf Ibiza gestorben.

Wie ein Herointrip

Fritsch klinkt sich in dem Moment ein, als Nico, von einem Auto angefahren, im Straßengraben liegt. Die Form ist ein Monolog, in dem imaginierte Zwiesprache und schizophrenes Selbstgespräch wechseln, ein Delirium wie ein Herointrip.

„Ich habe die Sterne im Körper, die mich verbrennen.“ Kreativität und Selbstzerstörung dieses Lebens überträgt Regisseur Kay Voges in grellen Bildern, die, obwohl so schnell zerstört wie aufgebaut, ein biographisches Mosaik ergeben: Model für Coco Chanel, Sohn Ari von Alain Delon, durch Andy Warhol Sängerin der legendären „Velvet Underground“, durch Jim Morrison eigene musikalische Laufbahn.

Xenia Snagowski machte die Begegnung mit Nico zu einem Ereignis, das vielleicht manchen zurückführte zur eigenen Jugend, manchen Rockmusikfan in seiner erschreckenden Suchtrealität überraschte, aber auch zur Auseinandersetzung mit Grundfragen anregte.

Snagowski spuckte das rasante, suchtgeprägte Leben der eisigen Sphinx ebenso aus sich heraus wie ihre selbstzerstörerische, alles überragende Liebe zum samtstimmigen, brutalen Jim Morrison, hielt von Zeit zu Zeit in furchtbarer Klarheit inne, fand in all der Phrenesie und dem Ekel auch Gesten einer verlorenen Zartheit.

„Schau nicht zurück“ ist das Leitmotiv in Fritschs sprachgewalt(tät)igem Text, der Nico als freudianische Eurydike darstellt, die Orpheus aus dem jenseits heraufbeschwören will. Auf ihrer inneren Irrfahrt rauscht sie an denen vorbei, die sie emotional überfordert haben, Vater, Mutter, Großvater, Ari. Und immer wieder Jim.

Am Ende folgte sie ihm mit erhobenen Armen in die Unterwelt, das anfangs unschuldige weiße Kleid verdreckt, die Schminke zur grotesk-rührenden Clownsfratze verschmiert. Das „Lacrimosa“ aus Mozarts Requiem erlöste sie aus ihrer Endlosschleife.


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                                                                                         Photo: Jan Voges
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Westdeutsche Zeitung, 15.10.05
Von Michaela Plattenteich

Sphinx aus Eis mit gebrochenem Herzen

Mit einem furiosen Monolog-Stück hat das neu gegründete freie Theater die Velvet-Underground-Sängerin Nico wieder zum Leben erweckt.

Krefeld. Mit einem furiosen Monolog-Stück trat die "neue bühne krefeld" in der Fabrik Heeder in die Öffentlichkeit. Das neu gegründete freie Theater, das von Kay Voges (Regisseur) und Klaus M. Schmidt (Dramaturg und Journalist) geleitet wird, möchte auf der Bühne neue Formen und Inhalte zeigen.

Als erste Produktion hatte jetzt unter der Regie von Voges Werner Fritschs Stück "Nico - Sphinx aus Eis" Premiere. Es ist ein einziger großer Monolog der Extreme, der um die letzten Momente im rauschhaften Leben von Christa Päffgen alias Nico kreist. Diese, so der Autor, einzige deutsche Pop-Ikone von Weltrang, lebte ein extremes Leben zwischen Musik, Glamour und Drogen und starb 1988 erst 50-jährig bei einem Autounfall auf Ibiza.

Das Stück setzt unmittelbar nach d em Unfall ein, als Nico im Delirium zwischen Leben und Tod Stationen ihres Daseins Revue passieren lässt. Dabei kreisen ihre Gedanken um ihre große Liebe Jim Morrison, dessen selbstzerstörerischen Weg sie bis zu dessen frühem Ende mitgegangen ist. Xenia Snagowski verkörpert Nico, mit hellblonder Perücke, weißem Kleid und schwarzen Stiefeln.

Der weiße Raum aus transparenten Wänden ist fast leer, nur ein Mikrofon und ein kleiner Sockel sind zu sehen. Er zeigt das Zwischenstadium, in dem sich die Sterbende zu befinden scheint und wird zugleich zum Spielfeld extremer Ausbrüche.

Nico, die auch Sphinx aus Eis genannt wird, schreit, weint und rast, malt mit schwarzer Farbe Kreuze an die Wände, die sie später wieder übermalt. Auch sie selbst ist von der Farbe, von ihrem extremen Leben zunehmend gezeichnet. Sie erinnert sich an ihre Kindheit als Christa Päffgen im Berlin der Nachkriegsjahre, ihr rascher Aufstieg in der Welt der Mode und Kunst.

Neben Andy Warhol, der sie zur Lead-Sängerin der Band "Velvet Underground" machte, kreisen ihre Gedanken um ihre Mutter, ihren mit Alain Delon gezeugten Sohn und immer wieder um Jim Morrison. Auch wenn er ihr das Herz gebrochen hat, das nun ein "Mosaik aus gefrorenem Glück" ist, ist die ersehnte Wiederbegegnung im Jenseits der Fixpunkt, auf den alles zusteuert.

Die extremen Emotionen spiegeln sich auch in der Sprache wieder, die zwischen Poesie und Pop-Kultur, zwischen stilisierten Wendungen und gebetsartigen Beschwörungen ständig schwankt und der Schauspielerin besondere Konzentration und ein ständiges Wechselbad der Gefühle abverlangt.

Xenia Snagowski meistert das bravourös, sie lebt die Rolle mit allen Fasern. Am Ende zerstört sie mit dem Messer die Wände, Nebel dringt aus der Schwärze hindurch und zu den Klängen des Mozart-Requiems geht sie in die andere Welt.

Nach einer Stunde ein fast kitschiges Schlussbild für ein Stück, das letztendlich mit konventionellen Theaterkonzepten arbeitet und damit aber seine Wirkung nicht verfehlt. Nach starkem Beifall wurde anschließend mit Sekt das neue Theaterprojekt gefeiert. Man darf auf Weiteres gespannt sein.


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